Endlich können wir Wiedervereinigung feiern. Diesmal sollte es in den Süden gehen – das Treffen fand dann letztlich in Hamburg statt. Von diesen kleinen geografischen Unstimmigkeiten abgesehen war ein ein tolles Wochenende. Am Freitagabend bin ich um 22 Uhr in Hamburg gelandet, zeitgleich mit Vronie, die von München aus geflogen ist. Wir haben uns also am Gepäckband getroffen und sind zusammen in das Abenteuer öffentlicher Personennahverkehr in Hamburg gestartet. Mit dem Fazit, dass U-Bahn fahren in Kuala Lumpur einfacher ist. Das Hamburger Liniennetz ist verwirrend. Es wird angezeigt, dass man in der S-Bahn vom Flughafen in Richtung Innenstadt umsteigen muss, obwohl die S-Bahn nur angekoppelt wird. Es gibt U-Bahnen, die im Kreis fahren und man muss gucken, mit welcher man schneller an seinem Zielpunkt ist. Aber wir schaffen es schließlich zu Angie, unserer Gastgeberin für das Wochenende. Alex und Micha sind auch schon da und das erste große Wiedersehen steht an. Alex war im Oktober letzten Jahres mit in Kenia und ist von da aus alleine weiter durch die Welt gereist. Der Tisch ist voll mit so vielen leckeren Dingen, die Angie für uns vorbereitet hat. Und natürlich gibt es viel zu erzählen. Irgendwann tief in der Nacht packen wir unsere Nachtlager aus. Angie und Micha im Bett, Alex auf der Couch und Vronie und ich auf dem Luftbett. Am nächsten Morgen klingelt der Wecker in aller Herrgottsfrühe. Zum Glück kann ich ihn ignorieren, denn er gilt nur für die Jungs, die Roland vom Nachtzug abholen wollen. Ich drehe mich noch einmal um und habe das Gefühl, dass keine fünf Minuten später die quietschende Wohnungstür von Angie wieder aufgeht und die Jungs wieder kommen. Diesmal mit Roland. Ein bißchen merkwürdig ist das schon, wenn die anderen frisch wie der junge Morgen auf einmal im eigenen “Schlafzimmer” stehen. Wir Mädels stehen also auch auf und danach frühstücken wir alle gemeinsam, während wir über das Hamburger Wetter philosophieren (es regnet gerade). Wir planen also in Ruhe unseren Tag und bis wir los kommen ist es schon fast Mittag – die Sonne scheint. Wir spazieren durch’s Schanzenviertel und Angie ist eine tolle Stadtführerin. Es beginnt zu regnen, wir kehren ein im Café Piya, weil es so sympathisch klingt :-). Tatsächlich ist es auch sehr gemütlich und weil wir schon mal sitzen, gibt es auch gleich eine “Kleinigkeit” (eine Mahlzeit, welche sich zwischen Baguette, Spinat- oder Apfelkuchen, einem Teller Nudeln und Pfannkuchen mit Nutella bewegt). Dazu gibt es Tee, Astra oder Kaffee. Nachdem wir satt und zufrieden feststellen, dass der Regen aufgehört hat, ziehen wir weiter in Richtung St. Pauli.

Schulterblatt

Piya – jede Sünde wert!

Im Café Piya

Piya-Tee

Im Café Piya

Nach gefühlten 500 m fängt es wieder an zu regnen. Wir kehren ein in die Kleine Pause, einer St.-Pauli-Fankneipe. Hier gönnen wir uns das nächste Getränk und warten, dass der Regen vorüber zieht. Wir passieren die Herbertstraße, die Reeperbahn und die Davidwache und kommen dann im Hamburger Hafen an. Als wir in den alten Elbtunnel runter laufen merken wir, dass hier wohl gerade etwas passiert. Eine Band hat ihre Instrumente unten aufgebaut und gibt gerade ein kleines Konzert. Im Tunnel ist das natürlich eine tolle Stimmung mit der Backgroundmusik. Wir laufen zur anderen Elbseite, wo wir den Blick auf die Landungsbrücken und die Sonne genießen.

Regenschutz unter einem St.-Pauli-Fan-Balkon

Davidwache

Fast komplett

Fast komplett

Blick auf die Landungsbrücken und den Michel

Blick auf die Landungsbrücken

Danach bummeln wir am Hafen entlang, die anderen essen ein Fischbrötchen und wir freuen uns, dass es aufgehört hat, ständig zu regnen. Wir wollen noch eine Hafenrundfahrt machen, jedoch ist das Partyboot, bei dem wir eigentlich mitwollten, voll. Wir kommen bei einem normalen Boot unter. Mit uns ist ein Junggesellenabschied mit ca. 15 Männern an Bord. Zunächst müssen wir bestimmt eine halbe Stunde auf den Kapitän warten, dann geht’s los. Wir fahren durch die Speicherstadt, an den Anlegestellen für die riesigen Kreuzfahrtschiffe entlang, am Containerhafen vorbei usw. Ich hege allerdings die starke Vermutung, dass der Junggesellenabschied nur an der Hafenrundfahrt teilnimmt, damit sie nach Lust und Laune auf”s Klo gehen können, denn die kleine Schiffstoilette ist dauerbesetzt. Jeder der Jungs ist mindestens einmal auf’s Klo gegangen. Da wir ca. 90 Minuten unterwegs waren und die Toilette wirklich keine 5 Minuten mal frei war befürchte ich, dass ein guter Teil der Gruppe auch zwei oder drei Mal die Örtlichkeiten aufgesucht hat. Ich möchte nicht die Person sein, die die Reste von einer Horde Stehpinklern auf einem wackeligen Boot weg macht. Danach fahren wir wieder zu Angie, bestellen uns Pizza und machen uns an die nächste Urlaubsplanung. Eigentlich hatten wir uns schon für die Türkei entschieden, aber um keine Option zu übersehen, werden sämtliche Reiseportale in allen Preiskategorien durchsucht, vorgelesen und besprochen. Ich bin irgendwann so müde, dass mir richtig kalt wird. Ich kuschel mich in eine Sofadecke, schließe die Augen und bin in einem Zustand zwischen wach und schlafend. Ich mobilisiere meine letzten Kräfte, gehe ins Bad, um mich für die Nacht vorzubereiten, lege mich auf das Luftbett mitten im Wohnzimmer, während die anderen noch Pläne schmieden, und schlafe ein.

Wieder zurück auf der anderen Elbseite

Hafenspaziergang
Am nächsten Morgen können wir etwas länger ausschlafen, was wirklich angenehm ist. Nach einem gemütlichen Frühstück verbringen wir die Zeit damit, die Sonne auf Angies Balkon zu genießen, unsere Sachen zu packen und unser nächsten Urlaubsvorbereitungstreffen in Südtirol zu planen. Roland versucht außerdem, eine gelbe Telefonzelle zu kaufen. Aber das ist eine andere Geschichte… Zum Mittag gehen wir ins Hans im Glück am Schlump. Danach fahren wir zum Bahnhof, wo wir uns von Roland verabschieden. Und auch ich muss mich jetzt verabschieden, wenn ich noch entspannt und pünktlich meinen Flug nach Nürnberg erwischen will. Micha wird ebenfalls in 20 Minuten vom Bahnhof aus in Richtung Mannheim abfahren, Vronie und Alex bleiben noch eine Nacht bei Angie. Alex fliegt am Montag zurück und Vronie hat Urlaub. Sie fährt morgen nach Rügen und später noch nach Berlin zu einer Freundin. Unser Miniurlaub in Hamburg ist viel zu schnell vorbei, aber bald treffen wir uns wieder in Südtirol und dann ist hoffentlich auch Jessie wieder mit dabei.

Abschiedszeit