Sonntag, 14.08.2016:

Durch die vielen Kilometer, die wir in den letzten Tagen gefahren sind, sind wir geschafft, so dass wir für heute nichts geplant haben. Wir schlafen uns richtig aus und als wir zum Frühstücken fahren, ist es bereits halb zwei. Daher fällt das Frühstück auch etwas herzhafter aus.

 

Cheeseburgerfries – ein herzhafts Frühstück

Auf dem Rückweg kaufen wir noch ein paar Lebensmittel für die Woche ein und verbringen den Rest des Tages in unserer Unterkunft bzw. am Pool, der zu der Wohnanlage gehört und der natürlich auch genutzt werden will. Irgendwann kommt eine Kinderschar aus der Nachbarschaft und belagert den Pool. Meine Schwester und ich verziehen uns auf die Sonnenliegen, mein Neffe hingegen darf auch trotz kleinerer Sprachschwierigkeiten schnell mitspielen.

 

Auch alleine hat mein Neffe viel Spaß, wie hier, wo er ein Rad ins Wasser schlägt

Montag, 15.08.2016:

Da unsere aktuelle Unterkunft an der Space Coast liegt, also dem Küstenabschnitt Floridas, wo die Weltraumbahnhöfe Cape Canaveral Air Force Station (CCAFS) und das John F. Kennedy Space Center (KSC) liegen, wollen wir natürlich auch etwas mehr über die Geschichte der Raumfahrt in den USA erfahren. Also machen wir heute einen Ausflug zum Kennedy Space Center.

Eingang zum Kennedy Space Center

Direkt nach dem Eingang ist der Rocket Garden, hier sind einige Raketenmodelle aufgestellt, was mich schon zum Anfang ordentlich beeindruckt. Danach besuchen wir die Journey to the Mars, also eine Marsmission, was wir uns aber spannender vorgestellt haben. Letztlich ist es nur ein 15minütiger Filmvortrag mit einigen interessanten Fakten, aber es ist kein Erlebnis dahinter.

Rocket Garden

Rocket Garden

Rocket Garden

Marssonde aus Lego

Nach einem kleinen Mittagessen machen wir die Bustour, die im Eintrittspreis enthalten ist. Es werden abwechselnd Informationen auf einem kleinen Monitor gezeigt und der Busfahrer gibt erläuternde Hinweise. Allerdings gibt es auch hier kaum Highlights, es steht kein Shuttle an den Startrampen, nur das Haus der NASA, welches eines der flächenmäßig größten Gebäude der Welt ist, ist recht imposant. Spannend wird es, als wir die Gewässer überqueren, denn da tummelt sich gerade eine Manatee im See.

Manatee gesichtet

Im weiteren Verlauf der Bustour sehen wir auch noch einen Alligator. Der Bus lässt uns beim Apollo/Saturn V Center raus, wo wir viel über die Apollo-Missionen erfahren. Zurück am Hauptbesucherkomplex gehen wir noch in die Atlantis-Halle, in der alles zum gleichnamigen Spaceshuttle ausgestellt wird. Das ist noch einmal richtig interessant, da wir erfahren, wie die ersten Shuttles (also wiederverwendbare Raketen) konstruiert wurden, welche Probleme es gab und auch die original Atlantis gibt es zu sehen, dazu noch einige Nachbauten, z. B. vom Cockpit, wo man sich selber wie ein Astronaut fühlen kann. Insgesamt war es ein interessanter Tag, aber irgendwie hab ich mir doch etwas mehr davon versprochen. Ein Shuttlestart wäre zum Beispiel nett gewesen… 😉

 

Eine der Apollo-Raketen

Apollo-Kapsel (für drei Astronauten) – Platzangst darf man als Astronaut wirklich nicht haben

Eingang zur Atlantis-Halle

Atlantis Space-Shuttle (offensichtlich waren auch die Kanadier am Erfolg beteiligt…)

Atlantis Space-Shuttle

Im nachgebauten Cockpit der Atlantis – so viele Knöpfe zum Drücken

Raumstation ISS

NASA

Dienstag, 16.08.2016:

Shoppen ist angesagt. Nicht umsonst haben die USA den Ruf, an jeder Ecke mit riesigen Malls aufzuwarten, in denen die bekannten Marken, teilweise auch mit Outlets, vertreten sind. Wir entscheiden uns für die Orlando Vineland Premium Outlets. Hierbei handelt es sich mehr um eine eigene kleine Stadt, als nur um ein Shoppingcenter. Gefühlt legen wir heute mehrere Kilometer zurück, obwohl wir tatsächlich nur in vier, fünf ausgewählte Geschäfte (und mehrfach durch den großen Food Court) gehen. Aber wir sind erfolgreich, für meine Schwester gibt es acht T-Shirts, für meinen Neffen zwei paar Schuhe und Sneakersocken und für mich vier T-Shirts und ein Portemonnaie, welches mein Geburtstagsgeschenk von Schwester und Neffen ist.

Modelneffe

Modelneffe

Mittwoch, 17.08.2016:
Ein großer Ausflug ist noch geplant. Die Universal Studios in Orlando. Wobei von Studios hier kaum die Rede sein kann, vielmehr handelt es sich um einen Freizeitpark mit Filmbezug. Unser erster Eindruck bei der Ankunft ist, das alles sehr gut durchorganisiert ist. Im Parkhaus werden wir zielstrebig auf eine Ebene geleitet, wo fein säuberlich in Reih und Glied hintereinanderweg die Autos die freien Parkplätze befüllen. Kein Suchen und irgendwo Parken, wo frei ist. Schon vor dem eigentlichen Eingang ist die Fülle an Eindrücken groß. Es ist laut und voll, überall tönt Musik aus Lautsprechern und es gibt unzählige Shops mit allerlei Kram.

Welcome to Universal Orlando Resort

Der Universalglobus, perfekt in Szene gesetzt

Im Store gibt es für jeden den passenden Zauberstab

Unsere im Internet gekauften Tickets können wir bei den Will-call-Kiosk-Automaten problemlos ausdrucken. Wir lassen uns erst einmal treiben, bevor wir uns bei der ersten Attraktion, Despicable Me Minion Mayhem, anstellen. Wartezeit: 95 Minuten. Das drückt die Stimmung, denn uns ist warm und das Anstehen ist langweilig. Jeder von uns denkt zwischenzeitlich daran, wie bequem es doch wäre, einfach die Warteschlange zu verlassen und weiter zu laufen. Aber wir halten durch und irgendwann sind wir dran. Auch hier bestätigt sich wieder, dass nichts dem Zufall überlassen wird. Die Warteschlange wird kurz vor dem eigentlichen Einlass in mehrere Reihen aufgeteilt, so dass auch jeder weiß, wohin er laufen muss. Da die Leute abgezählt werden, gibt es keine Probleme mit jammernden Kindern, die auf einmal nicht neben ihren Eltern sitzen können oder mit Plätzen, die plötzlich leer bleiben.

Die Warteschlange führt irgendwann durch das Zuhause von Gru, Margo, Edith, Agnes und natürlich den Minions

Bevor es losgeht erzählen Gru, seine Töchter und die Minions lang und breit, wie und warum sie uns, das Publikum, jetzt in Minions verwandeln werden. Wir kriegen 3D-Brillen, dann geht es in eine Art Kinosaal, es gibt fest installierte Sitze, die Sicherung schließt sich und unsere „Verwandlung“ beginnt. Es ist etwas holprig, aber macht einen Heidenspaß. Nach ca. 10 Minuten ist alles vorbei, es hat nicht geklappt, wir sind noch Menschen. Aber jetzt wieder gut gelaunt. Vielleicht war das der Trick?! Mein Neffe ist bereit, sich direkt noch einmal für 95 Minuten anzustellen, um den Spaß zu wiederholen. Wir können ihn überreden, lieber noch andere Sachen zu probieren.

Vergnügungspark für groß und klein

Aber zunächst brauchen wir eine Mittagspause. Danach gehen wir in den Bereich der Transformer. Beim 3D-Ride sind die Wartezeiten gerade bei 75 Minuten, so dass wir erst einmal Meet-the-Transformers suchen, wo man mit seinem Lieblingstransformer Fotos machen kann. Gerade kommt Optimus Prime, aber mein Neffe möchte sich für ein Bild mit ihm nicht anstellen. Lieber will er im Shop stöbern. Wir laufen weiter zu Harry Potter. Mit dem Hogwarts Express dürfen wir mit unserem Tickets leider nicht mitfahren. Wir suchen also die Winkelgasse, finden sie aber nicht und laufen zurück.

Selfie mit Optimus Prime

Universal Orlando – eine eigene Welt

Demnächst: Fast & Furios Supercharged

Der Knight Bus von Harry Potter

Und der Bahnhof King’s Cross

Beim 3D-Ride der Transformers haben sich die Wartezeiten inzwischen auf 65 Minuten verkürzt und wir kommen zu dem Entschluss, dass es nicht mehr besser werden wird und stellen uns an. Innerhalb von ein paar Minuten sind wir schon im Gebäude und denken, dass wir gleich dran sind. Aber weit gefehlt, der Großteil im Inneren besteht aus Warteschlangenorganisationsgeländern, die von einem Raum in den nächsten führen. Aber auch hier hat das Warten irgendwann ein Ende. Wir werden in einen Karussellwagen gesetzt und wieder gesichert, setzen uns die 3D-Brillen auf und schon beginnt eine wilde Fahrt als Evac durch New York, bei der uns Optimus Prime und Bumblebee schützend zur Seite stehen und uns schließlich retten. Als wir wieder raus kommen, steht gerade Bumblebee bei Meet-the-Transformers und mein Neffe stellt sich für ein Foto an, da Bumblebee sein Lieblingstransformer ist. Bevor er aber an die Reihe kommt, verschwindet Bumblebee und Optimus Prime kommt wieder. Da man Neffe nun aber schon mal in der Warteschlange steht, macht er nun doch noch ein Bild mit ihm. Noch einmal auf Bumblebee warten will er dann aber doch nicht.

Bumblebee

Mein Neffe mit Optimus Prime

Wir beschließen, noch einmal unser Glück bei Harry Potter zu versuchen und finden dieses Mal auch die gut versteckte Winkelgasse. Orignalgetreu gibt es hier alle Läden, die man aus den Büchern und Filmen kennt, zum Beispiel Ollivanders oder Weasley’s Wizard Wheezes.

 

Willkommen in der Winkelgasse

Weasleys‘ Wizard Wheezes

In Weasleys‘ Wizard Wheezes

Wegweiser in der Winkelgasse

Wir laufen direkt auf Gringotts zu, die Zaubererbank. Hier erleben wir noch das Abenteuer Harry Potter and the Escape from Gringotts, eine 3D-Achterbahnfahrt.

Gringotts, die Zaubererbank

Da diese kleine Achterbahnfahrt meinem Neffen so viel Spaß gemacht hat, biete ich ihm an, mit ihm noch in der großen Achterbahn des Parks, der Hollywood Rip Ride Rockit, zu fahren. Aber es ist schon 19:30 Uhr und die ausgewiesenen 65 Minuten Wartezeit schrecken uns dann doch ab, zumal wir auch noch eine Stunde fahren müssen, bis wir wieder in unserer Ferienwohnung sind. Angekommen fallen wir recht schnell ins Bett, froh, endlich unsere Füße entlasten zu können.

Donnerstag, 18.08.2016:

Nach dem Tag in der Mall und gestern brauchen wir heute einen fußschonenden Tag. Einen Badetag. Ironischerweise beginnt auch dieser Tag mit einem Besuch im Shoppingcenter. Allerdings zielgerichtet und auch nur, weil es in der Mall am Dienstag kein Bath & Body Works gab. Schnell sind die Einkäufe erledigt und wir fahren zum Melbourne Beach. Schon der erste Blick offenbart die Unterschiede zwischen der Golf- und der Atlantikküste. Aber der Sandstrand und die Wellen im Meer sehen verlockend aus, noch dazu ist der Himmel heute blau und nicht so trüb wie in Fort Myers. Der Nachteil ist allerdings, dass wir hier keinen Schatten haben. Als wir barfuß zum Wasser laufen wollen, verbrennen wir uns die Füße. Und zwar wortwörtlich. Während ich zurück zu unserer Decke laufe, um mir meine Flipflops anzuziehen und die Schuhe für meine Schwester zu holen, wartet sie kurz. Später teilt sie mir mit „Ich hätte fast geheult.“ Ja, der Sand ist richtig heiß. Mir war nicht bewusst, dass heller Sand so heiß werden kann. Mit den Schuhen geht es einigermaßen, aber auch hier rutscht der Sand an den Seiten rein, zumal ein schneller Gang im tiefen Sand nicht möglich ist.

Ohne Schuhe ist der Sand nicht erträglich

Trotzdem ist der Anblick traumhaft

Mein Neffe hat zum Glück gestern Badeschuhe bekommen, dadurch kriegt er von unseren Problemen nichts mit, sondern stürzt sich mit seiner Taucherbrille in die Fluten und hat Spaß. Für uns ist es eine Wohltat, als wir den feuchten Teil des Strandes erreichen und eine weitere, als wir endlich im Meer sind. Weit raus kommen wir allerdings nicht, die Wellen sind zu stark. Und da wir in der direkten Sonne sind und kein schattiges Plätzchen in der Nähe haben, brechen wir nach einer guten Stunde schon wieder auf. Lieber setzen wir unseren Badetag am Pool fort. Hier gibt es Schatten, weniger Wellen, keinen glühenden Sand und wenn man das Wasser schluckt ist es nicht ganz so widerlich wie das Salzwasser des Ozeans.

Badespaß im Pool

Blauer Himmel, blauer Pool

Freitag, 19.08.2016:

Heute Abend geht der Rückflug nach Frankfurt. Daher ist der Vormittag mit Packen und Pool verplant. Wir wollen ja noch so lange wie möglich das schöne Wetter und die Bademöglichkeit genießen. Rechtzeitig machen wir uns auf den Rückweg durch unsere Wohnanlage zu unserer Ferienwohnung, denn richtig entspannen können wir ab einen bestimmten Zeitpunkt auch nicht mehr. Wir geben den Zahlencode an der Tür ein – und es funktioniert nicht. Wir versuchen es wieder und wieder, aber auch das uns inzwischen vertraute Surren, welches anzeigt, dass das Schloss im Inneren arbeitet, setzt nicht ein. Ratlos stehen wir in nassen Badesachen vor der verschlossenen Tür. Wir warten ein paar Minuten, probieren es wieder. Nichts. Ausgerechnet heute. Wir haben kein Handy dabei, könnten höchstens bei den Nachbarn klopfen. Aber dann haben wir noch immer nicht die Telefonnummer unseres Hosts. Langsam macht sich eine leichte Panik in mir breit. In ein paar Stunden geht unser Flug nach Deutschland und wir stehen hier und kommen nicht weiter. Ich drücke auf gut Glück noch einmal den Knopf, der die Wohnung beim Verlassen verschließt und auf einmal surrt es wieder im Inneren. Die Tür geht auf. Welche Erleichterung. Wir packen unsere Koffer fertig und machen uns auf den Weg nach Orlando. Wir kommen allerdings nicht weit, da wir kurzfristig beschließen, statt am Flughafen noch einmal bei Perkins, unserem Lieblingslokal in Melbourne, Mittag zu essen. Hier wissen wir, dass wir leckere Sachen kriegen, die vielleicht auch etwas über das übliche Fastfood hinaus gehen. Und Zeit haben wir auch noch. Dann geht es weiter zum Flughafen. Die Rückgabe des Mietwagens klappt völlig unkompliziert, keine Prüfung auf Kratzer oder ähnliches. Allerdings kriegen wir auch keine Auskunft, welche Kosten ggf. noch kommen, zum Beispiel durch die Mautnutzung. Ich lasse mich überraschen. Auch die Gepäckaufgabe und die Sicherheitskontrolle klappen problemlos. Wir schlendern noch etwas durch die Geschäfte und die imposante Aufenthaltshalle mit Springbrunnen und Palmen, welche gleichzeitig den Innenhof eines Flughafenhotels darstellt. Es dauert gar nicht so lange wie befürchtet, bis wir boarden können. Der Rückflug ist von kleineren Turbulenzen durchwachsen. So erscheinen irgendwann wieder die Anschnallzeichen und ein Steward gibt die Info durch, dass wir gerade durch ein Schlechtwettergebiet fliegen und wir die nächsten 15 Minuten mit Turbulenzen rechnen müssen. Keine zwei Minuten später erlöschen die Anschnallzeichen und über die Lautsprecher hören wir ein „Der Teufel steckt im Detail. Wir konnten nicht sehen, dass die Turbulenzen so schnell vorüber sein werden.“ Soviel zum heutigen Stand der Technik. Das restliche Bordpersonal ist auch nur zweitklassig, Freundlichkeit und Aufmerksamkeit halten sich in Grenzen. Schlafen kann ich auf dem Flug nicht, dennoch vergeht die Zeit recht schnell. In Frankfurt angekommen verabschiede ich mich von meiner Schwester und meinem Neffen, die es von hier aus nicht mehr weit haben. Am Fernbahnhof muss ich nicht lange auf den nächsten ICE nach Nürnberg warten und ich bin froh, dass ich nach der Fahrt im vollen Zug ohne Platzreservierung endlich wieder in meiner Wohnung ankomme.